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Hier ziehen Schlepper das Wrack der An-225 aus dem Hangar

„Mrija“ wird geborgen Schlepper ziehen das Wrack der An-225 aus dem Hangar

Auf dem Antonow-Werksflughafen Kiew-Hostomel wird seit Tagen wieder hart gearbeitet. Der vom Krieg verwüstete Airport soll möglichst umfassend wiederhergestellt werden. Dabei muss auch das Wrack der An-225 "Mrija" weichen. Der Abtransport hat schon begonnen.

Die Schockstarre ist vorbei, doch verwunden hat Antonow den Verlust der An-225 "Mrija" längst noch nicht. Der einzigartige Riesenfrachter war in den ersten Tagen des Ukraine-Krieges, bei Kämpfen um den Flughafen Hostomel, in seinem Hangar parkend zerstört worden. Die Bilder dessen, was vom Stolz der ukrainischen Luftfahrt nach dem Ende der Kämpfe noch übrig war, sind inzwischen sattsam bekannt. Doch so schmerzhaft es auch sein mag: Wer Raum für Neues schaffen will, muss sich vom Alten trennen.

Schlepper ziehen das Wrack aus dem Hangar

Und so laufen in Hostomel die Aufräumarbeiten seit Tagen auf Hochtouren. Erklärtes Ziel von Antonow ist es, den Werks-Airport über kurz oder lang wieder betriebsbereit zu machen. Der Weg zu diesem Ziel ist beschwerlich: Verwaltungsgebäude und Tower müssen teils kernsaniert, teils völlig neu errichtet werden. Wie stark die Landebahn und das Vorfeld durch Einschläge von Artilleriegeschossen beschädigt sind, ist aus der Entfernung nicht genau ermittelbar. Auch hier wird es jedoch einiges zu tun geben. Vorübergehend operiert Antonov Airlines deshalb vom Flughafen Leipzig aus.

Klar ist außerdem, dass ein großer Teil der zu Kriegsbeginn in Hostomel abgestellten Antonow-Flugzeuge unwiederbringlich zerstört ist. Dazu zählt neben einer An-26 und der vormals als Support-Maschine von Antonov Airlines eingesetzten An-74 eben auch die "Mrija", deren Trümmer noch unter dem teilweise eingestürzten Dach ihres riesigen Shelters liegen. Die Bergung dieser Trümmer hat nun offenbar begonnen. Im Internet kursiert seit Kurzem ein Video, auf dem ein Schlepper und ein Radpanzer gemeinsam den völlig zerstörten, vom Rest des Flugzeugs abgetrennten Vorderrumpf der An-225 aus dem Hangar ins Freie ziehen. Datiert ist das Video auf den Morgen des 27. Mai.

Unfertiger Zwilling: Die zweite "Mrija"

Antonow
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800 Millionen US-Dollar

Was genau mit dem Wrack passieren soll, ist noch nicht bekannt. Einige Internet-Nutzer forderten jüngst, die nicht mehr verwendbaren Überbleibsel des einst schwersten Flugzeugs der Welt zu zerlegen und die einzelnen Teile an Flugzeugfans in der ganzen Welt zu verkaufen. Der Erlös dieser Aktion könne dann in den Aufbau einer neuen An-225 "Mrija 2.0" fließen, an deren Verwirklichung die Ukraine nach Information von Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj bereits arbeitet. Ähnliches hatte zuvor bereits Antonow-Chefpilot Dmytro Antonow in einem Interview angedeutet.

Diese neue, moderne und verbesserte An-225 würde voraussichtlich auf dem Rohbau des unvollendeten zweiten Exemplars basieren, der seit Mitte der 90er-Jahre im Antonow-Hauptwerk Swjatoschyn lagert und dessen Zelle zu rund 70 Prozent fertiggestellt sein soll. Selenskyj bezifferte die kalkulierten Kosten für die Vollendung des Flugzeugs, ausgerüstet mit aktueller Technik und Avionik, auf etwa 800 Millionen US-Dollar (746 Millionen Euro). Letztlich gehe es beim Neubau der "Mrija" jedoch nicht vorrangig ums Geld, so der Präsident weiter. Sondern darum, ein Zeichen zu setzen, ein nationales Symbol wieder auferstehen zu lassen und dieses den im Krieg gefallenen Piloten der Ukraine zu widmen.

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