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Verkürzte Bodenzeiten ohne Schlepper

Boeing 737 soll elektrisch Rollen

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Das britische Unternehmen Wheeltug PLC will bis 2019 die Boeing 737 für die Ausstattung mit einem elektrischen Bugradmotor zulassen, um am Boden elektrisch manövrieren zu können. Die passende Rollkamera für die Piloten liefert die sächsische Dresden Aerospace AG.

Das neue Flugzeugkamerasystem nennt sich WheelTug Vision (WTV) und besteht aus Panoramakameras, die an der Bugradestrebe montiert werden und bei Vor- und Rückwärtsfahrt den Piloten im Cockpit 360-Grad-Blicke, jederzeit in Fahrtrichtung, ermöglichen. Das elektrische Rollen wird durch einen neuen Motor in der Radnabe des Bugrads möglich, der den Verzicht auf Flugzeugchlepper möglich macht. Dadurch verkürzen sich die mit Reserven berechneten Umkehrzeiten am Boden erheblich. Planerisch können sieben Minuten Bodenzeit entfallen. Der Elektromotor wird vom Kapitän im Cockpit mit einer Art "Kippschalter" gesteuert. Die Lenkung erfolgt über das übliche Hand-Lenkrad an Bord.

Das System WTV zeigt seine Kamerabilder dem Kapitän auf dem Bildschirm des Electronic Flight Bag an. Die Vollfeldanzeige reduziere die Wahrscheinlichkeit von Unfällen und damit verbundenen Verletzungen, Kosten und Verzögerungen, so Dresden Aerospace. Dies sei die erste derartige Lösung für die kommerzielle Luftfahrt. Die Verbesserung der Bodenoperationen könne zu einem echten Wettbewerbsvorteil für die Airlines führen.

Zwei Industriepartner werden für WTV für WheelTug-Anforderungen zertifizieren und liefern. Die Dresden Aerospace AG kooperiert mit der FTI Engineering Network GmbH, um ein Produkt anzubieten. GKN Fokker Services bietet ein zweites System an. Demonstrator-Einheiten beider Unternehmen werden im Laufe dieses Jahres auf einer von WheelTug und Air Transat, dem Erstkunden von WheelTug, gemeinsam veranstalteten Präsentation zu sehen sein. WheelTug wird WTV als Option neben seinem elektrischen Flugzeugrollantriebssystems WheelTug anbieten, das derzeit für die Boeing 737NG-Flugzeugfamilie zertifiziert wird.

Die erste Serienlieferung von WTV und WheelTug wird für 2019 erwartet. Mehr als 20 Fluggesellschaften weltweit haben bereits fast 1100 WheelTug-Systeme reserviert. Isaiah Cox, CEO von WheelTug, sagte: "Wir sehen täglich, dass Vorfeldzonen an vielen Flughäfen ein Engpass sind, und die signifikanten Sicherheits- und Effizienzverbesserungen, die WheelTug bietet, sind längst überfällig. "

Dresden Aerospace wurde 2015 von Luft- und Raumfahrtingenieuren mit langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen der Flugzeugfertigung und -modifikation als GmbH gegründet. Die GmbH wurde im Jahr 2016 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das technische Know-How des Dresden Aerospace-Teams basiert auf zahlreichen Kooperationsprojekten mit Branchenführern wie Airbus, United Aircraft Corporation und deren Zulieferern. Die Geschäftstätigkeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Strukturbauteilen und das Management von Flugzeugmodifikationen und Geschäftsprozessen.

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