Nach knapp vier Jahren im Dienst wurde auf dem Flughafen Phoenix Goodyear in Arizona ein Schmalrumpfjet modernster Bauart zerlegt. Das Flugzeug gehörte bis vor wenigen Wochen zur Flotte von Spirit Airlines. Seit Anfang Mai gibt es die Superbillig-Airline allerdings nicht mehr und das knallgelbe Flugzeug darf nicht mehr fliegen.
Die A320neo mit dem Kennzeichen N950NK lief erst 2021 vom Band und wurde an Spirit übergeben. Nun kursieren in Luftfahrtforen Fotos und Videos, die zeigen, wie die Außenflügel bereits abgetrennt wurden und große Rumpfsektionen geöffnet sind. Ein zweites Schwesterflugzeug, N959NK, soll unmittelbar folgen.
Normalerweise rechnen Betreiber und Hersteller damit, dass A320neo etwa 25 bis 30 Jahre im Einsatz bleiben. Eine gerade einmal vier Jahre alte Maschine zu zerlegen, ist da reichlich früh.
Der Großteil der Spirit-Flotte war allerdings geleast und wird dementsprechend nicht verschrottet. Die verbliebenen Maschinen sollen weiterverkauft oder wie N950NK zerlegt werden.
Verschrotten statt verkaufen
Triebwerke sind meist der wertvollste Teil ausgemusterter Maschinen. Außerdem lassen sich Fahrwerke und Avionik weiterverkaufen. Pratt & Whitney, Hersteller der in der A320neo verbauten PW1100G-Triebwerke, kämpft seit Längerem mit einem weltweiten Inspektionsprogramm wegen Materialfehlern in bestimmten Triebwerksscheiben. Die Nachfrage nach gebrauchsfähigen Ersatztriebwerken und weiteren Komponenten ist daher gestiegen.
Ende eines US-Billig-Riesen
Spirit Airlines stellte am 2. Mai den Betrieb vollständig ein. Vorangegangen war ein monatelanges Insolvenzverfahren. Eine rettende Übernahme gab es nicht, sämtliche Flüge wurden gestrichen. Zuvor waren Versuche von US-Präsident Donald Trump gescheitert, die Low-Cost-Airline und rund 17.000 Arbeitsplätze zu retten.
Laut Spirit waren vor allem gestiegene Kerosinpreise für die Pleite verantwortlich. Während andere Airlines die Kerosinkosten auf ihre Passagiere umlegen konnten, wurde Spirits Geschäftsmodell dadurch auf die Probe gestellt. Allerdings hatte der Carrier schon vor Beginn des Iran-Krieges mit einigen Problemen zu kämpfen.





