Hybrid-elektrischer Antrieb
Catalyst wird zum Brennstoffzellen-Turboprop

Ein von Avio Aero geführtes Konsortium arbeitet im Rahmen des EU-Luftfahrtforschungsprogramms Clean Aviation an einem Triebwerksdemonstrator in der Megawatt-Klasse – mit deutscher Unterstützung.

Catalyst wird zum Brennstoffzellen-Turboprop
Foto: GE Aviation

Im Projekt AMBER wollen die italienische GE-Aerospace-Tochter Avio Aero und 20 europäische Partnerunternehmen, -institutionen und -hochschulen hybrid-elektrische Antriebstechnologien für die kommerzielle Luftfahrt weiterentwickeln. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll ein Demonstrator auf der Basis der GE-Propellerturbine Catalyst entstehen, der Mitte der 2020er Jahre auf einem Prüfstand erprobt werden soll.

Das Besondere: Das Turboproptriebwerk wird von einem Elektromotor angetrieben, der seine Energie von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle bezieht. Das Megawatt-Brennstoffzellensystem inklusive Schnittstellen und Steuerung wird H2FLY liefern. Das junge deutsche Unternehmen betreibt seit 2016 das viersitzige Brennstoffzellenflugzeug HY4 und entwickelt derzeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Flugzeughersteller Deutsche Aircraft und weiteren Partnern einen wasserstoff-elektrischen Antrieb für eine Dornier 328.

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"Der Grund, warum wir in diese Technologie investieren, liegt darin, dass Brennstoffzellen das Potenzial haben, deutlich mehr Energie zu speichern, als man in einer Batterie speichern kann", so Luca Bedon, Leiter fortschrittlicher Technologien bei Avio Aero. Geplant ist ein parallel-hybrides System für den potenziellen Einsatz in Regional- und Kurzstreckenflugzeugen. "Durch die Kombination von elektrischer und thermischer Energie erhält man ein äußerst effizientes Antriebssystem, das Emissionen reduzieren kann und so einen schnelleren Weg in Richtung Netto-Null ermöglicht", sagt Bedon.

Neben H2FLY sind aus Deutschland auch das DLR, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie General Electric Deutschland beteiligt. Ein weiterer wichtiger Partner ist der italienische Luftfahrtkonzern Leonardo, der Leitlinien zur Integration des hybrid-elektrischen Antriebs in künftige Regionalflugzeuge erstellen wird.

Für die Transformation zur Klimaneutralität müsse der Luftverkehr aus weniger Energie mehr herausholen, so Axel Krein, Geschäftsführer von Clean Aviation. "Bei regionalen Flugzeugen wollen wir die heute übliche Leistung um mindestens 50 Prozent verbessern. AMBER wird, als eines von 20 kühnen Projekten, an denen wir aktuell arbeiten, eine Schlüsselrolle beim Umsetzen dieser ehrgeizigen Zielsetzung spielen." AMBER wird von Clean Aviation mit rund 34 Millionen Euro unterstützt.

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