Triebwerk der Boeing 737 MAX: Upgrade verleiht LEAP-1B längere Lebensdauer

Triebwerke der Boeing 737 MAX
Upgrade verleiht LEAP-1B längere Lebensdauer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.07.2026
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Upgrade verleiht LEAP-1B längere Lebensdauer
Foto: Safran

Mit der verbesserten Hochdruckturbine für das LEAP-1B-Triebwerk verdoppelt CFM International die "Time on Wing" (Zeit zwischen zwei Instandhaltungsmaßnahmen, für die das Triebwerk vom Flügel abgenommen werden muss) in heißen und rauen Bedingungen, wie sie im Nahen Osten und in Indien herrschen. Für das LEAP-1A, das die A320neo-Familie von Airbus antreibt, gab es die Zulassung für das "Durability Kit" bereits im Dezember 2024.

Das "Durability Kit" beinhaltet Verbesserungen bei den Schaufeln der ersten Stufe der Hochdruckturbine, der Düse mit den Leitschaufeln der ersten Stufe sowie der vorderen, inneren Düsenhalterung. Das Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran Aircraft Engines beginnt nun die Serienproduktion der Hardware, die komplette Umstellung der Produktion soll Anfang 2027 erreicht sein.

Parallel zum "Durability Kit" hat CFM die anfängliche Zulassung des Reverse Bleed System (RBS) für das LEAP-1B auf Triebwerksebene erreicht. Man arbeite eng mit Boeing, um die Zulassung auf Flugzeugebene in der zweiten Jahreshälfte zu erreichen, so CFM. Das RBS ist ein neues Kühlsystem, das die Ablagerung von Kohlenstoff an den Einspritzdüsen verhindert und damit ihre Lebensdauer verlängert. Es wird automatisch eingeschaltet, sobald das Triebwerk am Boden ausgeschaltet wird und kühlt die Einspritzdüsen. Es ist beim LEAP-1A bereits seit Mitte 2024 im Einsatz. Heute fliegen mehr als 70 Prozent der LEAP-1A-Flotte mit RBS.

CFM56 als Messlatte

Insgesamt sei man auf einem guten Weg, mit dem LEAP-Triebwerk die "Time on Wing" des Vorgängertriebwerks CFM56 zu erreichen, sagte Tom Levin, Vice President CFM Commercial Programs bei GE Aerospace, bei einem Medienbriefing im Vorfeld der Luftfahrtmesse in Farnborough am 18. Juli in London. Rund 80 Prozent trage das "Durability Kit dazu bei. "Der Rest ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit unseren Kunden bei der Optimierung des Triebwerksbetriebs, damit diese das volle Potenzial dieser Güter ausschöpfen können." Dazu gehören unter anderem regelmäßige Triebwerkswäschen sowie die Option zur Leistungsreduzierung beim Steigflug, die die "Time on Wing" nochmals um 15 Prozent verlängern könne.

Mit dem "Durability Kit" hat CFM bereits einige Erfahrung beim LEAP-1A. Es sei bereits bei rund 40 Prozent der mit LEAP-1A ausgestatteten A320neo-Flotte im Betrieb. "Unter den härtesten Einsatzbedingungen – im Nahen Osten – haben wir flottenweit führende Triebwerke, die bereits mehr als 3.000 Zyklen im Einsatz hinter sich haben. Wir haben diese Hochdruckturbinen im Rahmen routinemäßiger Boroskopinspektionen überprüft, und die Hardware sieht hervorragend aus", so Levin.

Einen kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz konnte sich Levin nicht verkneifen. "Betrachtet man allein die letzten 12 Monate, so legten mit LEAP-Triebwerken ausgestattete Flugzeuge im Durchschnitt mehr als 80 zusätzliche Flugtage zurück als die Konkurrenz." Pratt & Whitney musste aufgrund von Qualitätsproblemen unter anderem bei Scheiben der ersten und zweiten Stufe der Hochdruckturbine 2023 einen großen Rückruf des Getriebefans der A320neo-Familie starten und arbeitet den sogenannten Flottenmanagement-Plan derzeit ab. Betroffen sind fast alle PW1100G-JM-Triebwerke. Sie müssen vom Flugzeug entfernt und in einer Werkstatt inspiziert werden, teilweise werden auch Bauteile ausgetauscht.