Hawker Hunter stürzt vor Kalifornien ins Meer. Der Pilot rettet sich per Schleudersitz

Unfall vor der US-Westküste
Hawker Hunter stürzt vor Kalifornien ins Meer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.09.2026
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Hawker Hunter stürzt vor Kalifornien ins Meer
Foto: ATAC

Der Hawker Hunter N345AX des US-amerikanischen Red-Air-Dienstleisters ATAC ist am 22. September wenige Meilen vor der kalifornischen Küste abgestürzt. Nach Angaben lokaler Medien konnte der Pilot das Flugzeug verlassen und wurde von einem MH-60-Hubschrauber der US Navy gerettet.

Das Wrack soll bislang nicht gefunden worden sein. Die Behörden warnten deshalb den Schiffsverkehr in dem Gebiet vor möglichen Trümmern und weiteren Gefahren auf See und baten um deren Hilfe bei der Suche.Über den Funkverkehr ist bekannt geworden, dass der Pilot unter dem Rufzeichen "ATAC 34" einen Mayday-Notruf absetzte. Dabei soll er gemeldet haben, dass der Schub des einzigen Rolls-Royce-Avon-Strahltriebwerks ausgefallen sei.

Rettung per Schleudersitz

Hawker Hunter sind mit älteren Schleudersitzen von Martin Baker ausgerüstet. Diese hätten dem Piloten nach Angaben aus dem Unfallbericht ermöglicht, das beschädigte Flugzeug in ausreichender Entfernung zu verlassen. Der Unfall ist bereits der zweite innerhalb eines Jahres, bei dem ein von ATAC eingesetzter Hawker Hunter nach einem Leistungsverlust vor der kalifornischen Küste verunglückt sein soll. Im Oktober 2025 stürzte ein Schwesterflugzeug in einem ähnlichen Seegebiet ab. Auch damals konnte der Pilot gerettet werden.

Patrick Hoeveler

Die "Miss Demeanour"

Die N345AX war früher unter dem britischen Kennzeichen G-PSST bekannt und trat im Vereinigten Königreich unter dem Namen "Miss Demeanour" bei Flugtagen auf. Der frühere Eigentümer Jonathan Whaley soll die Registrierung als Abkürzung für "personal supersonic transport" gewählt haben. Der Hunter gilt als transsonisches Flugzeug. Im Horizontalflug erreicht der Entwurf hohe Unterschallgeschwindigkeiten; im Sinkflug kann er die Schallgeschwindigkeit nach Angaben zur Konstruktion geringfügig überschreiten. Auf der offiziellen Facebook-Seite von "Miss Demeanour" erklärte der frühere Besitzer, er sei von der Nachricht "am Boden zerstört".

Das Flugzeug wurde 1956 als Hunter F4 mit der Kennung XF947 für die britische Royal Air Force gebaut. Später erfolgte der Umbau auf den Standard F58A für die Schweizer Luftwaffe. Dort blieb die Maschine bis in die späten 1990er-Jahre im Einsatz. 2017 wurde der Jet an das kanadische Unternehmen Lortie Aviation verkauft. Über die Tochtergesellschaft Hunter Aviation vermietet Lortie Maschinen dieses Typs an andere Betreiber, darunter auch ATAC. ATAC und vergleichbare Dienstleister setzen den Hawker Hunter seit Jahren als sogenannten Adversary Jet ein. Die Flugzeuge simulieren dabei gegnerische Kampfflugzeuge für Trainingszwecke. Der einstrahlige Entwurf soll im Vergleich zu moderneren Mustern relativ einfach und kostengünstig zu betreiben sein. Zudem gehörten Hunter zu den verfügbaren überschüssigen Militärflugzeugen, als viele dieser Anbieter ihre Flotten aufbauten. Ausgemusterte Mirage- und F-16-Kampfflugzeuge seien erst deutlich später in größerem Umfang verfügbar geworden.

Nach der Übernahme durch ATAC wurde die auffällige Lackierung von "Miss Demeanour" durch eine zweifarbige graue Tarnlackierung ersetzt.