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Dmitry Terekhov (CC BY-SA 2.0)
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Großübung Sapad-2021: Russen lassen Bomben regnen

Großübung Sapad-2021 Tu-22M3 und Su-34 lassen Bomben regnen

Russland, Belarus und weitere Nationen trainieren aktuell zusammen bei der großangelegten Übung Sapad-2021. Auch die Luftstreitkräfte sind involviert und greifen in großem Maße Bodenziele an. Zum Beispiel in Mulino – mit anderthalb Tonnen schweren Bomben.

Zielanflug über Nischni Nowgorod, Montag, 13. September 2021: Sechs Tupolew Tu-22M3 der russischen Luftwaffe nehmen Kurs auf das Gelände um die Kleinstadt Mulino im Westen Russlands. Flankiert werden die Langstreckenbomber, gestartet von den Stützpunkten Engels und Schajkowka, von Patrouillen aus Suchoi Su-35S. Die Fighter geben den Bombern Geleitschutz. Im Gepäck haben die Tu-22M3 je acht FAB-1500-Freifallbomben, jede einzelne 1,5 Tonnen schwer. Damit, so der Auftrag, sollen sie in Mulino "vergrabene Kommandoposten und andere wichtige Objekte" des (imaginären) Feindes in Schutt und Asche legen. Sie sind damit Teil eines "massiven Luftangriffs" auf den Truppenübungsplatz Mulino, der sich gegen mehr als 50 Bodenziele richtet. In 2.000 Metern Höhe öffnen die Tu-22M3 ihre Bombenschächte – und lassen ihre, im Ernstfall todbringende, Fracht zu Boden regnen. Dann drehen sie ab und landen auf "temporären Flugplätzen", von denen sie im Anschluss zurück zu ihren Heimatstützpunkten fliegen.

"Größte Übung seit 40 Jahren"

Szenarien wie dieses spielen sich derzeit gleich an mehreren Orten in Russland und dem benachbarten Belarus ab. Seit dem 10. September läuft dort an insgesamt 14 Schauplätzen die multinationale Großübung "Sapad-2021", bei der neben den Streitkräften der genannten Länder auch Truppen aus Armenien, Indien, Kasachstan, Kirgisistan und der Mongolei beteiligt sind. An dem Manöver, das am Donnerstag enden soll, sind laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 200.000 Menschen und viele Hundert Einheiten Kampftechnik beteiligt, darunter 290 Panzer, mehr als 100 Flugzeuge, ähnlich viele Hubschrauber sowie 15 Schiffe. China, Vietnam und Myanmar schickten Beobachter. Experten aus dem Westen sprechen von der "größten Militärübung in Europa" seit 40 Jahren.

Bomben auf Belarus

Die Tu-22M3 sind nicht nur in Mulino im Einsatz, sondern zum Beispiel auch im grenznahen Smolensk sowie über Ruschanski in Belarus. Zusammen mit belarussischen Su-30SM griffen sie dort Anfang der Woche ebenfalls Bodenziele an: "Im Bereich des Testgeländes wurden mehr als 50 Fliegerbomben abgeworfen, 130 ungelenkte Flugkörper und 850 Granaten des Kalibers 30 mm abgefeuert", teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die belarussischen Su-30SM "übernahmen die Kontrolle über den Luftraum, während die Piloten von Angriffs-, Bomber-, Kampfflugzeugen sowie Kampfhubschraubern die Positionen des simulierten Feindes angriffen", so das Ministerium weiter.

Breites Aufgebot

Die russische Luftwaffe nimmt laut offiziellen Meldungen außerdem mit Su-34-Jagdbombern, Aufklärern vom Typ Su-24MR, Radarflugzeugen der Typen Il-22-SURT und Berijew A-50 sowie mehr als 20 Il-76-Frachtern an Sapad-2021 teil. Während Letztere Truppen, Material und Fallschirmjäger in die Einsatzgebiete bringen, nahmen die Su-34 mit 250-Kilogramm-Bomben das Trainingsgelände Luga in der Oblast Leningrad aufs Korn. Dieser Kampfeinsatz sei "mit dem neuesten Computer-Subsystem SPV-24 durchgeführt" worden, das Bombardierungen mit maximaler Genauigkeit ermögliche, heißt es aus Russland.