Neuer US-Superbomber B-21: Erster Einsatzpilot fliegt die Raider

B-21 Raider von Northrop Grumman
Der erste Einsatzpilot fliegt den neuen Superbomber

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.06.2026
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Rechts im Cockpit ein B-21-Testpilot, auf dem linken Sitz ein regulärer Flugzeugführer aus dem operativen Dienst der US Air Force: Das war die Crew-Konstellation, mit der Northrop Grumman kürzlich einen der beiden Prototypen der B-21 Raider in die Luft schickte. ""Wir haben ein Mitglied unseres operativen Testteams auf den Pilotensitz gesetzt, während auf dem anderen ein Absolvent der Testpilotenschule der US-Luftwaffe saß", sagte Oberst Matt Guasco, Kommandeur des Detachments 5 beim Air Force Operational Test and Evaluation Center (AFOTEC). "In der Geschichte moderner Tests haben wir das noch nie so früh in einem Programm gemacht."

Lieutenant Colonel Matthew Gray, Kommandeur der 420th Flight Test Squadron und Direktor der Raider CTF (Combined Test Force), ergänzte: "Die Einbindung von operativem Testpersonal in das Team zu diesem frühen Zeitpunkt des Programms bedeutet, dass wir nun den tatsächlichen Kampfeinsatz des Bombers beurteilen können und nicht nur seine Flugeigenschaften."

Wann genau der historische Testflug mit der B-21 stattfand, blieb unklar – die Meldung selbst stammt vom 11. Juni.

Tests unter Einsatzbedingungen

Traditionell stelle die Entwicklungserprobung sicher, dass ein Flugzeug seine technischen Spezifikationen erfüllt und sicher fliegt, während die Einsatzerprobung separat und deutlich später erfolge, "um festzustellen, ob die Plattform im Kampfeinsatz effektiv, geeignet und überlebensfähig ist", schreibt die US Air Force in einer Pressemitteilung. "Der direkte Übergang in eine kombinierte Entwicklungs- und Einsatzerprobungsumgebung schließt die Lücke zwischen der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit eines Jets und seiner Einsatzbereitschaft."

Seit dem vergangenen Sommer bestreiten zwei B-21-Prototypen auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien die Flugerprobung des neuesten US-Bombers, der perspektivisch die älteren Muster B-1B Lancer und B-2 Spirit als strategische Langstreckenbomber ablösen soll. Mit der Ankunft der zweiten B-21 begann das Test-Team in Edwards mit der Integration kritischer Missions- und Waffensysteme in das Erprobungsprogramm.

Die Integration von operationellen Tests markiere "einen bedeutenden Wandel" in der Art und Weise, wie die Air Force ihre wichtigsten Flugzeuge der nächsten Generation bewerte, "und überwindet historische Barrieren in der Flugtestpipeline", schreibt die US-Luftwaffe weiter.

Northrop Grumman B-21 Raider im Flug von der Seite
US Air Force

Neuer Ansatz der Flugerprobung

General Dale White, der dem US-Kriegsministerium direkt unterstellte Portfoliomanager für kritische Großwaffensysteme und in dieser Funktion verantwortlich für Sentinel, F-47, B-21 und Collaborative Combat Aircraft, betonte die veränderte Strategie bei der Erprobung neuer Kampfflugzeugmuster, die sich in der Zusammenführung systemischer und operativer Tests widerspiegele: "Es ist eine intelligentere und schnellere Denkweise, die moderne Produktions- und Testwerkzeuge mit dem nötigen Maß an Dringlichkeit nutzt – einer Dringlichkeit, die alte Prozesse infrage stellt und uns zu einem agileren Beschaffungssystem führt."

Im Falle der B-21 Raider "bedeutet dies, dass wir der Übertragung asymmetrischer Tödlichkeit in die Hände der Soldaten nun ein großes Stück näher gekommen sind", so White.