in Kooperation mit
Russisches Verteidigungsministerium
9 Bilder

Suchoi Su-57 soll bis zu vier Ochotonik kommandieren

Vier Ochotnik für eine Su-57 Wie Russland sich den Luftkrieg der Zukunft vorstellt

Die Suchoi Su-57 ist Russlands Top-Fighter – und wird künftig die Speerspitze der Luftstreitkräfte bilden. Unterstützung erhält sie dabei von der Kampdfrohne Ochotnik als "loyal wingman". Bis zu vier Ochotniks gleichzeitig sollen dem Kommando einer Su-57 unterstehen.

Ein Kampfjet der fünften Generation ist teuer – aber wenn man international vorn mitmischen will, führt an einem solchen Flugzeug kaum ein Weg vorbei. Das zumindest dachte sich Russlands Regierung, und bestellte – nach langem Hin und Her – im Sommer 2019 vorerst 76 Exemplare des im eigenen Land entwickelten Stealth-Fighters Suchoi Su-57. Angesichts dieser überschaubaren Zahl folgt Russland bei der Su-57 zwangsläufig dem Prinzip "Klasse statt Masse". An Weihnachten 2020 übergab Suchoi die erste Serienmaschine an die Luftwaffe – nachdem das ursprünglich erste Serienflugzeug ein Jahr zuvor wegen eines technischen Defekts abgestürzt war.

Loyaler Flügelmann

Doch auf dem Schlachtfeld der Zukunft soll die Su-57 keineswegs allein agieren. Stattdessen stellt Suchoi dem neuen Kampfjet eine Stealth-Drohne als "loyalen Flügelmann" zur Seite. Die S-70 Ochotnik, Anfang August 2019 zum Erstflug gestartet und seither in Achtubinsk beim staatlichen Flugforschungszentrum "Waleri Tschkalow" in Erprobung, soll diese Rolle plangemäß ab 2024 übernehmen. Für diesen Zeitraum plant Russland mit der Übernahme der ersten Serienexemplare. Die bislang bekannten Fotos und Rahmendaten der S-70 zeichnen das Bild einer großen Nurflügler-Drohne, bis zu 20 Tonnen schwer und angeblich 1.000 km/h schnell. Die beim ersten Prototypen noch konventionell ausgelegte Schubdüse des einzigen Triebwerks soll bei späteren Versionen einer flachen Düse weichen, um die Radarsignatur weiter zu minimieren.

Russisches Verteidigungsministerium / Screenshot
Die S-70 Ochotnik ist als Nurflügler ausgelegt. Die große runde Schubdüse soll im Serienzustand einer flachen Düse weichen.

Ein Fighter, mehrere Drohnen

Die russische Nachrichtenagentur Tass nannte nun weitere Einzelheiten zum angedachten Einsatzszenario, das Su-57 und Ochotnik als interaktiv agierende Einheit vorsieht. Testflüge dieser Art finden bereits seit Ende September 2019 statt. Im Ernstfall jedoch soll eine einzelne Su-57 künftig nicht nur eine, sondern bis zu vier der Drohnen gleichzeitig befehligen. Die Tass zitiert dazu einen anonymen Informanten aus der Flugzeugindustrie, es würden aktuell "die Möglichkeiten ausgearbeitet, mehrere Angriffsdrohnen vom Cockpit der Su-57 aus zu steuern." Er gehe davon aus, "dass der Jäger zwei bis vier Ochotnik mit sich führen wird", so der Experte weiter. "Im gemeinsamen Einsatz lösen die Drohnen eine ganze Reihe von Aufgaben und zerstören unter dem Kommando des bemannten Flugzeugs Ziele am Boden und in der Luft", schreibt die Tass.