Das Raumfahrtunternehmen des US-Tech-Milliardärs Elon Musk will sein riesiges Starship-Trägersystem frühestens am 28. September erneut von der Star Base in Texas abheben lassen. Das 75-minütige Startfenster öffnet sich um 14.15 Uhr CEST (7.15 Uhr Ortszeit). SpaceX zeigt die Mission live auf seiner Website und auf X, die Übertragung beginnt rund 30 Minuten vor dem geplanten Start. Die regulatorische Genehmigung stand am 24. September allerdings noch aus.
Zwar wird SpaceX, anders als von Musk kurz nach dem letzten Flug angekündigt, nicht versuchen, sowohl die Haupt- als auch die Oberstufe des Starship mit den Mechazialla-Armen am Startturm in Boca Chica aufzufangen. Aber der 14. Testflug wird dennoch einige spektakuläre Premieren bereithalten.
SpaceX will das Starship erstmals in eine Erdumlaufbahn bringen. Bisher wurden aus Sicherheitsgründen immer suborbitale Flugbahnen gewählt, die einen kontrollierten Wiedereintritt der Starship-Oberstufe auch im Fall eines Triebwerksversagens ermöglicht hätten. "Mit dem Eintritt in die Umlaufbahn kann die nächste Phase der Entwicklung von Starship beginnen, um das Raumschiff vollständig und schnell wiederverwendbar zu machen", so SpaceX auf seiner Website.
Starlink-V3-Satelliten als echte Nutzlast
SpaceX gibt an, dass das Starship eine Höhe von 275 Kilometern über der Erde erreichen und während des fast zehn Stunden dauernden Flugs rund sechs Mal die Erde umrunden soll. Die sanfte Landung der Oberstufe auf dem Wasser ist dieses Mal im Pazifik westlich von Chile geplant. Bei vorherigen suborbitalen Missionen war das Starship im Indischen Ozean gelandet.
Zudem soll das Starship zum ersten Mal 26 Starlink-V3-Satelliten in einem operationellen Orbit aussetzen. Drei der Satelliten wurden mit Kameras ausgestattet, die das nochmals verbesserte Hitzeschild der Starship-Oberstufe beobachten und die Bilder zur Erde senden. Zwei vom vorherigen Flug geborgene Hitzeschutzkacheln wurden montiert, um ihre Leistung bei der ersten Wiederverwendung zu untersuchen.
Jeder der Starlink-V3-Satelliten soll der Satelliteninternet-Konstellation von SpaceX eine Kapazität von einem Terabyte pro Sekunde hinzufügen. Das entspricht laut SpaceX rund zehn Mal dessen, was ein Starlink-V2-mini-Start mit einer Falcon 9 beitragen kann. Beim vorherigen Flug am 24. Juli hatte das Starship bereits 20 Starlink-V3-Satelliten erfolgreich in einer suborbitalen Flugbahn freigelassen. Sie waren später planmäßig verglüht.
Mit dem Super-Heavy-Booster will SpaceX dieses Mal wieder eine sanfte Landung auf dem Wasser im Golf von Mexiko durchführen. Das war beim letzten Testflug nicht gelungen, weil nur 8 statt wie geplant 13 Raptor-Triebwerke zum Abbremsen zündeten. Zudem hatten die drei mittleren Triebwerke am Ende des "Boostback Burn" nach der Stufentrennung Anzeichen von Vereisung gezeigt. SpaceX hat für Flug 14 eigenen Angaben zufolge verschiedene Hard- und Softwaremodifikationen implementiert, um diese Probleme zu beheben.





