NASA/Joel Kowsky

Starliner zum zweiten Testflug gestartet

Boeing-Raumkapsel Starliner zum zweiten Testflug gestartet

Der CST-100 Starliner fliegt unbemannt zur Internationalen Raumstation ISS. Es ist der zweite Versuch nach einem missglückten Erstflug im Dezember 2019.

Die neue Raumkapsel von Boeing ist am Donnerstag um 18.54 Uhr Ortszeit (Freitag, 0.54 Uhr MESZ) mit einer Atlas V vom Space Launch Complex 41 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida aus gestartet. Die Kapsel namens Spacecraft 2 trennte sich 15 Minuten nach dem Start von der Oberstufe auf einer suborbitalen Flugbahn in einer Höhe von 181 Kilometern.

31 Minuten nach dem Start zündete der Starliner seine Triebwerke 40 Sekunden lang für einen sogenannten Orbital Insertion Burn, der ihn in eine stabile Umlaufbahn auf den Weg zur ISS brachte. Eine suborbitale Flugbahn wurde früher auch bei Space-Shuttle-Starts genutzt.

Beim Orbital Insertion Burn versagten zwei von zwölf der Orbital Maneuvering and Attitude Control (OMAC) Thruster, wie die NASA und Boeing nach dem Start mitteilten. "Das System ist redundant ausgelegt und es verhielt sich so wie es sollte", sagte Mark Nappi, Boeing Vice President und Manager des Commercial Crew Program. Nun versuche das Team herauszufinden, wie es zu der Anomalie kam.

Die Kapsel dockte erfolgreich am Samstag um 2.28 Uhr (MESZ) am Harmony-Modul der ISS an. Gegen 17.45 Uhr (MESZ) sollten die Mitglieder der Expedition 67 die Schleuse öffnen. Am 25. Mai soll der Starliner wieder ablegen und in New Mexico landen.

Erstflug war ein Fehlschlag

Es handelt sich um den zweiten unbemannten Testflug (OFT-2, Orbital Flight Test-2) des Starliner. Beim ersten Flug, OFT-1, im Dezember 2019, schaffte es die Kapsel nicht zur ISS, der Starliner konnte aber immerhin zwei Tage nach dem Start sicher in White Sands in New Mexico landen. Gründe für den Misserfolg waren Softwarefehler und Kommunikationsstörungen.

Ein zweiter Testflug im Sommer 2021 war mehrmals verschoben worden. Schließlich war OFT-2 für August 2021 angesetzt, musste aber abgesagt werden. Der Grund: Mehr als ein Dutzend Treibstoffventile im Service-Modul waren festkorrodiert. Boeing überlegt noch, ob die Ventile langfristig neu konstruiert werden müssen.

Der unbemannte Testflug zur ISS ist der letzte wichtige Meilenstein vor dem bemannten Einsatz des Starliner. Zunächst sollen drei Astronauten testweise zur ISS fliegen, vermutlich frühestens Ende 2022. Anschließend soll der Starliner wie die Crew Dragon von SpaceX regulär Astronauten zur ISS und zurück bringen. Die Crew Dragon war im Mai 2020 zu ihrem ersten bemannten Testflug aufgebrochen. Mittlerweile haben die Kapseln bereits vier reguläre Einsätze absolviert.

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