Die Swift-Boost-Mission ist am 3. Juli um 20.36 Uhr Ortszeit (10.36 Uhr MESZ) vom Kwajalein-Atoll aus gestartet. Eine modifizierte Lockheed L-1011 von Northrop Grumman brachte die dreistufige Pegasus-XL-Trägerrakete mit ihrer Nutzlast, dem Service-Satelliten Link, auf rund zwölf Kilometer Höhe. Dort klinkte sich die Pegasus XL aus, fiel fünf Sekunden frei und zündete dann den Feststoffmotor ihrer ersten Stufe. Die NASA hat in einer Pressemitteilung von 12.16 Uhr MESZ bestätigt, dass der Satellit den Orbit erreicht hat.
Der Start war ursprünglich für den 27. Juni geplant, wurde dann aber zwei Mal wegen schlechten Wetters verschoben und am 2. Juli wegen eines Software-Problems der Pegasus XL abgebrochen.
Link soll Swift greifen
Das US-Unternehmen Katalyst Space, das den Kleinsatelliten Link entwickelt und gebaut hat, wartete nach Angaben der NASA noch auf ein Signal des Satelliten, das auch bestätigt, dass seine Solarpaneele sich entfaltet haben. Sollte das erfolgreich verlaufen, wird Link innerhalb der kommenden zwei Wochen in Betrieb genommen.
Anschließend wird sich der Service-Satellit dem Neil-Gehrels-Swift-Weltraumteleskop annähern. Link wird das Teleskop zunächst begutachten und nach Stellen suchen, wo er es mit mindestens einem seiner drei Roboterarme zu Greifen bekommen kann. Schafft Link das, wird er mit seinem Ionenantrieb das Gespann auf eine Umlaufbahn in Höhe von rund 550 Kilometern anheben.
Satellitenbau in Rekordzeit
Swift droht wegen noch dieses Jahr, in die Erdatmosphäre einzutreten und zu verglühen. Weil die astrophysische Forscher-Community dem Teleskop große Bedeutung beimisst, versucht die NASA diesen ungewöhnlichen Rettungsversuch. Die amerikanische Raumfahrtbehörde hat Katalyst Space im September mit der Mission betraut und bezahlt für alles, inklusive Start, rund 30 Millionen US-Dollar – ein Schnäppchen in der Raumfahrtindustrie.
Katalyst hatte sich als Startanbieter für Northrop Grumman mit der einzigen noch verfügbaren Air-Launch-Möglichkeit – dem Gespann aus der mehr als 50 Jahre alten TriStar und Pegasus XL – entschieden. Als Gründe nannte Katalyst die Flexibilität, die ungewöhnliche Bahnneigung, die Link erfordert, sowie die Kosten. Für die TriStar und die Pegasus XL ist es bisweilen der letzte Auftrag. Wie es nach dieser Mission weitergeht, ist unklar.





