Russland hat einen weiteren Militärsatelliten in die Umlaufbahn befördert. Die Trägerrakete Sojus-2.1b startete vom Weltraumbahnhof Plessezk im Gebiet Archangelsk. Der Standort im Nordwesten des Landes wird bisher fast ausschließlich für militärische Missionen genutzt und untersteht dem russischen Verteidigungsministerium.
Payload und Missionszweck bleiben geheim. Weder Einsatzzweck noch Bahnparameter wurden öffentlich gemacht. Ob es sich um einen Aufklärungs-, Kommunikations- oder Überwachungssatelliten oder um ein anderes militärisches System handelt, lässt sich anhand der verfügbaren Informationen derzeit nicht feststellen.
Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass der Satellit zur Unterstützung des Krieges in der Ukraine genutzt werden soll.
Der Start fand am Montag am frühen Morgen statt. Nach dem Erreichen der Zielumlaufbahn übernahmen Bodenstationen der russischen Weltraumstreitkräfte die Kontrolle über den Satelliten.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte dazu: "Start und Aussetzung des Raumfahrzeugs in die berechnete Umlaufbahn verliefen planmäßig. Nach dem Abheben wurde die Mittelklasse-Trägerrakete Sojus-2.1b von den automatisierten Bodenleitsystemen des German-Titow-Weltraumtestzentrums verfolgt." Bordsysteme und Telemetrieverbindung funktionieren laut Ministerium planmäßig.
Drohnenangriff am Vortag
Am Vortag wurde in der Umgebung von Plessezk ein Drohnenangriff gemeldet. Augenzeugen berichteten von einer Rauchsäule nahe dem Weltraumbahnhof. Eine offizielle Bestätigung über mögliche Schäden an militärischen Anlagen liegt bislang jedoch nicht vor. Allerdings berichten russische Medien darüber, dass der Angriff keinerlei Einfluss auf den Betrieb des Kosmodroms hatte.
In diesem Jahr hat das Land die Frequenz militärischer Starts erhöht. Neben Plessezk betreibt Russland noch zwei Kosmodrome im Inland, das Raketentestgelände Kapustin Jar und den Weltraumbahnhof Wostotschny, der gerade massiv ausgebaut wird.





