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Patrick Zwerger
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Letzte A340 der Air France sagt leise "Adieu"

Ausmusterung Letzte Air France-A340 sagt leise „Adieu“

Stillschweigend und ohne Aufhebens hat sich Air France von ihrem letzten Airbus A340 verabschiedet. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen F-GLZK verließ Paris am 12. Oktober Richtung Istanbul. Damit endet eine Liaison, die immerhin 27 Jahre Bestand hatte.

Bis zuletzt trugen sie die Farben der Air France-Tochter Joon: Die wenigen A340, die 2020 noch bei Air France im Dienst standen, waren auf den ersten Blick schwer als Air France-Maschinen erkennbar. Die "Millennial-Airline" Joon, 2017 von der Muttergesellschaft ins Leben gerufen, hatte im Mai 2018 vier A340-300 übernommen. Ein knappes Jahr später war Joon schon wieder Geschichte – das A340-Quartett jedoch behielt seine neuen Farben, auch wenn es fortan wieder für Air France unterwegs war.

Patrick Zwerger
Air France flog mit der A340 zuletzt unter anderem in die Karibik. Hier beim Landeanflug auf den Princess Juliana Airport von Sint Maarten.

Fast drei Jahrzehnte treue Dienste

Von den "vier Musketieren", allesamt über 20 Jahre alt, war am Ende nur ein Flugzeug geblieben – nämlich das älteste, die fast 23 Jahre alte F-GLZK. Ihre Schwestermaschinen waren bereits im Februar und März aus der Flotte geschieden, das Ende der A340 hatte Air France lange vor Corona eingeläutet. Insgesamt 30 Exemplare des ersten Airbus-Vierstrahlers flogen in den vergangenen 27 Jahren für Frankreichs Flag Carrier. Sie bedienten prestigeträchtige Ultralangstrecken, flogen nach Chile genauso wie in die Karibik – und das fast ohne Zwischenfall. Nur einmal, im Jahr 2005, schoss eine A340 in Toronto über die Landebahn, stürzte in einen Graben und brannte aus. Todesopfer gab es keine, der Unfallbericht nannte eine "Verkettung von widrigen, wetterbedingten Ereignissen" als Ursache.

Letzter Flug nach Istanbul

Am 12. Oktober nun trat die letzte verbliebene Air France A340, die F-GLZK, von Paris aus ihre letzte Reise an. Um kurz nach 10 Uhr Ortszeit verließ sie ihre langjährige Heimat, den Flughafen Charles de Gaulle, und nahm als Sonderflug AF340V Kurs auf Istanbul. Dort landete sie knapp drei Stunden später nicht etwa auf dem neuen Riesenflughafen, sondern auf dem alten Atatürk-Airport südwestlich der Bosporus-Metropole, der seit April 2019 für den Passagierverkehr geschlossen ist. Das weitere Schicksal der F-GLZK ist unklar – angesichts ihres Alters scheint der Schrottplatz schon zu rufen. Air France jedenfalls betreibt nach der Ausmusterung der letzten A340 und dem Ende der A380-Flotte offiziell nun keinen Vierstrahler mehr.