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Die dubiose Il-76, die fünf Delfine nach Dschiddah flog

Besondere Fracht Die dubiose Il-76, die fünf Delfine nach Dschiddah flog

Weil sie zu viel teuren Fisch fressen, hat ein Aquarium in Willemstad fünf Delfine nach Saudi-Arabien verkauft. Die Meeressäuger gelangten per Luftfracht in ihre neue Heimat – an Bord einer kirgisischen Il-76, die sonst vor allem in Bürgerkriegsgebiete fliegt.

Von der Karibik in den Sandkasten – im Bauch eines 30 Jahre alten Frachters. Dieses "Abenteuer" mussten seit gestern Morgen fünf lebende Delfine über sich ergehen lassen, die bis zu ihrer Abreise im Sea Aquarium Willemstad auf Curaçao zu Hause waren. Da dort gemäß regionaler Medien das Delfinarium aber aus allen Nähten platzt und der Betreiber überdies in schweren finanziellen Nöten steckt, mussten die Meeressäuger ihr Quartier verlassen. Für insgesamt 2,5 Millionen Antillen-Gulden (1,3 Millionen Euro) verkaufte das Sea Aquarium nach Angaben der Tierschutz-Organisation Animal Rights die Delfine an das Fakieh Aquarium in Dschiddah.

Mit zwei Stopps nach Dschidda

Als Dienstleister für den Transport holte man die Frachtfluggesellschaft Fly Sky Airlines mit ins Boot, die Anfang der Woche eine ihrer Iljuschin Il-76TD nach Willemstad schickte, um die Delfine abzuholen. Zum Einsatz kam die in Kirgisistan registrierte Maschine mit der Kennung EX-76006. Mit Zwischenstopps in Türkmenbaşy (Turkmenistan) und Tunis erreichte der Vierstrahler am Pfingstmontag den Hato Curaçao International Airport in Willemstad, nahm dort die wertvolle Lebendfracht auf und hob am Vormittag des 7. Juni (Ortszeit) wieder ab.

Auf dem Weg nach Dschidda legte die Il-76 Stopps auf den Kapverden sowie in Niamey (Niger) ein. Neben der Iljuschin-Crew soll sich auch ein Sea Aquarium-Mitarbeiter an Bord befinden, der den Delfinen in Dschidda bei der Eingewöhnung helfen soll. Vermutlich dürfte der Stab an Delfin-Betreuern aber noch mehr Personen umfassen – schließlich müssen die sensiblen Tiere auf ihrer strapaziösen Reise rund um die Uhr umsorgt werden.

Wer ist Fly Sky Airlines?

Die ganz in Weiß lackierte Il-76, die die Delfine abholte, ist Baujahr 1992 und gehört seit September 2020 zur Fly Sky-Flotte, war aber bis vor Kurzem noch als UR-FSD in der Ukraine zugelassen. Fly Sky Airlines operiert sowohl unter ukrainischer als auch unter kirgisischer Flagge – und fiel laut einer Recherche des Blogs "Gerjon`s Aircraft Finds" in jüngerer Zeit vor allem dadurch auf, dass ihre Frachter häufig zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Harar Meda Airbase in Äthiopien pendelten. Dieser Flughafen ist seines Zeichens Hauptstützpunkt der äthiopischen Luftwaffe – was wiederum nahelegt, dass die Iljuschins, die dorthin flogen, vor allem Waffen in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Land brachten. Bereits in der Vergangenheit sei Fly Sky Airlines in mehr oder weniger dubiose Frachttransporte nach Afrika involviert gewesen, analysiert der Blog-Beitrag weiter.

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