Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer verfolgt in Indien derzeit mehrere Vorhaben parallel. Sowohl im Passagier- als auch im Transportflugzeugsegment könnten sich Deals anbahnen.
Gespräche mit IndiGo über E195-E2
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, verhandelt Embraer mit IndiGo, Indiens größter Fluggesellschaft, über den möglichen Kauf mehrerer Dutzend E2.
Die Airline soll demnach prüfen, ob sie über 40 ATR-72 durch die E195-E2 ersetzt. IndiGo setzt bislang ausschließlich auf Flugzeuge von Airbus und ATR. Die Gespräche befinden sich laut Bloomberg noch in einem frühen Stadium. Ein konkreter Auftrag ist also nicht garantiert und auch noch nicht in Sicht.
Embraer will auch Militärgerät an Indien verkaufen
Auch im Verteidigungssektor bringt sich Embraer in Indien in Stellung. Konzernchef Francisco Gomes Neto sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des IATA-Jahrestreffens in Rio de Janeiro, Indien werde in den kommenden Monaten voraussichtlich eine Ausschreibung für einen militärischen Transportflugzeugtyp veröffentlichen, bei der die C-390 Millennium ein aussichtsreicher Kandidat sei.
Nach Angaben Gomes Netos soll die Ausschreibung ein Volumen von 60 bis 80 Maschinen umfassen. Er rechne mit einer entsprechenden Anfrage in den kommenden Monaten. Eine Entscheidung Indiens werde bis Ende 2027 erwartet. Auf jeden Fall ein ambitionierter Zeitplan, gerade für Indien, das bei großen Beschaffungsplänen oft länger braucht.
Die C-390 tritt bei der Ausschreibung direkt gegen die C-130 Hercules von Lockheed Martin an. Um die Chancen auf dem indischen Markt zu erhöhen, hat sich Embraer mit dem indischen Mischkonzern Mahindra zusammengetan.
Konkurrenz aus Russland?
Der russische Flugzeugbauer OAK wirbt in Indien für das Muster SJ-100 und hat im Januar mit dem indischen Hersteller Hindustan Aeronautics (HAL) eine Vereinbarung über eine mögliche Lizenzfertigung unterzeichnet, mit dem Ziel, langfristig eine eigene Regionalflugzeugproduktion in Indien aufzubauen.
Laut OAK sollen mehrere indische Airlines Interesse an den Jets haben – welche genau, gab das Unternehmen nicht bekannt. Kommt der Embraer-Auftrag zustande, dürfte das die Aussichten für den SJ-100 auf dem indischen Markt zusätzlich erschweren.
Auch bei Kampfflugzeugen hat Indien ein weitreichendes russisches Angebot offenbar ausgeschlagen. Moskau hatte Indien nicht nur den Kauf der Su-57 schmackhaft machen wollen, sondern sogar eine Lizenzfertigung bei HAL angeboten.





