Comeback für Trumps "Super-Duper-Rakete“: US-Hyperschallwaffe ARRW wird wiederbelebt

Comeback für Trumps „Super-Duper-Rakete“
US-Hyperschallrakete ARRW wird wiederbelebt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.04.2026
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Das Pentagon investiert wieder in die "Super-Duper-Rakete" – dabei war die AGM-183A ARRW (Air-Launched Rapid Response Weapon) über Jahre hinweg zumindest scheintot. Nach wiederholt misslungenen Tests senkte die US Air Force im Frühjahr 2023 den Daumen über das Projekt. Beschaffungschef Andrew Hunter erklärte seinerzeit in einem Brief an den zuständigen Kongress-Ausschuss, die Air Force lasse die laufende Versuchsreihe mit der ARRW auslaufen – und verzichte ausdrücklich auf eine geplante "Folgebeschaffung".

Mit einem Budgetantrag in Höhe von 345,77 Millionen US-Dollar vollführt die US-Luftwaffe jetzt die Rolle rückwärts: Die beantragten Mittel sollen im Haushaltsjahr 2027 für eine zweite Entwicklungsphase der AGM-183 verwendet werden. Außerdem soll von dem Geld, von der ARRW abgeleitet, die Entwicklung einer luftgestützten ballistischen Rakete (ALBM) lanciert werden. 49,5 Millionen US-Dollar sind vorerst dafür eingeplant. Bis zum Haushaltsjahr 2030 sollen die Gesamtinvestitionen 1,76 Milliarden US-Dollar betragen.

Ergänzend dazu erwähnt der neue Budgetantrag auch die geplante Integration der AGM-183 ins Arsenal des Schwenkflügel-Bombers B-1B Lancer.

Erstmals B-1B mit AGM-183A

Geradezu demonstrativ veröffentlichte die Edwards Air Force Basse fast zeitgleich mit Bekanntwerden des Budgetantrags ein Video, in dem in einem Ausschnitt erstmals eine B-1B Lancer mit einer AGM-183A zu sehen ist. Bislang war die von Lockheed Martin entwickelte Hyperschallwaffe im Testbetrieb allein der Boeing B-52H Stratofortress vorbehalten gewesen, die in dem Video ebenfalls kurz zu sehen ist. Von wann genau die publizierten Videoaufnahmen stammen, bleibt unklar.

AGB-183 Start von B-52 Computergrafik
Lockheed Martin

Tests von Fehlschlägen geprägt

Offiziell standen im März 2023, als die Air Force den Stopp der Entwicklungsarbeiten für die erste US-Hyperschallwaffe bekanntgab, noch zwei Test-Raketen zur Verfügung. Damals hieß es, die laufende Kampagne solle mit diesen beiden Raketen regulär abgeschlossen werden, um daraus Erkenntnisse für künftige Hyperschall-Lenkwaffen zu gewinnen.

Dem Auslaufen der Tests vorausgegangen war eine mehr als holprige Flugerprobung, an deren Beginn drei misslungene Abwurfversuche gestanden hatten – bis der vierte Versuch im Mai 2022 endlich glückte. Ein weiterer Test im Dezember gelang ebenfalls, doch am 13. März 2023 erlitt das Projekt AGM-183A erneut einen Rückschlag. Der war offenbar so gravierend, dass die US-Luftwaffe dem Programm das Vertrauen entzog.

B-1B Lancer trägt Hyperschallrakete ARRW AGM-183.
USAF (Screenshot Video)

Inoffizielle Tests

Stattdessen plante die Air Force, ihren Fokus auf das Programm für Hyperschall-Angriffs-Marschflugkörper (Hypersonic Attack Cruise Missile, HACM) zu verlagern, an dem Raytheon und Northrop Grumman arbeiten.

Inoffiziell gingen die Tests mit der ARRW seit spätestens November 2023 trotzdem weiter. Im März 2024 vermeldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die US Air Force gar einen erfolgreichen Test über dem Pazifischen Ozean.

USAF

Bis zu 18 Millionen Dollar pro Rakete

Bislang verfügen die USA, im Gegensatz zu Russland und China, nicht über eine serienreife, luftgestützte Hyperschallwaffe. Die AGM-183A erreichte in einem erfolgreichen Abwurftest 2022 bereits eine Fluggeschwindigkeit von Mach 5. Die Reichweite gibt Hersteller Lockheed Martin mit bis zu 1600 Kilometer an. Der Stückpreis für einen Flugkörper soll zwischen 15 und 18 Millionen US-Dollar liegen. Eine B-52H kann plangemäß vier AGM-183A mitführen.