Ende August 2017 kündigte Qantas das Project Sunrise an: Man wolle von der Ostküste Australiens nonstop nach New York, Londen, Paris, Kapstadt und Rio de Janeiro fliegen. Dafür wurde ein entsprechendes Flugzeug gesucht. Airbus und Boeing machten Vorschläge auf der Basis der A350 und der Boeing 787. Am Ende entschied sich die australische Fluggesellschaft für die Ultralangstreckenvariante A350-1000ULR mit einem zusätzlichen Treibstofftank und einer erhöhten maximalen Startmasse.
Aufgrund von Covid und Lieferkettenproblemen hat sich das Project Sunrise immer mehr verzögert. Doch im Oktober 2027, mehr als zehn Jahre nach Ankündigung der ersten Pläne, soll es endlich so weit sein: Qantas gab am Mittwoch bekannt, dass die erste Strecke, die mit dem neuen Ultralangstreckenjet bedient wird, von Sydney nach London führt. Die Flüge sollen die Reisezeit im Vergleich zu den bisherigen Routen mit einem Zwischenstopp um bis zu vier Stunden verkürzen. Tickets sind ab Februar 2027 erhältlich. Die bestehenden Strecken Perth-London und Sydney-Singapore-Londen sollen im Qantas-Programm bleiben.
"Im Jahr 2017 haben wir uns dazu verpflichtet, dass Qantas die letzte Grenze der Langstreckenfliegerei überwinden und die Ostküste Australiens direkt mit London verbinden würde – etwas, das zuvor noch nie möglich war. Ab Oktober 2027 wird dieses Versprechen Wirklichkeit", sagte Vanessa Hudson, CEO der Qantas Group am Mittwoch, als auch das erste A350-1000ULR in Qantas-Lackierung in Toulouse enthüllt wurde.
Wohlfühlzone in der A350
Die A350-1000ULR hat eine Reichweite von mehr als 16.000 Kilometer und kann bis zu 22 Stunden in der Luft bleiben. Die erste A350-1000ULR ist am 2. Juni in Toulouse zum Erstflug gestartet. Qantas hat zwölf der Marathon-Jets bestellt. Sie werden in einer Vier-Klassen-Konfiguration mit je 238 Sitzen geliefert. "Dieses Flugzeug wurde von Grund auf für extrem lange Strecken konzipiert und verfügt über eine Kabine, deren Gestaltung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Bekämpfung des Jetlags basiert, sowie über ein Bordangebot, das speziell auf die Länge der Reise zugeschnitten ist", so Hudson. Zum Konzept gehört unter anderem eine Wellbeing Zone, die für alle Klassen zugänglich ist.
40 Qantas-Piloten, die bisher A330 fliegen, haben im ersten australischen A350-Simulator sowie bei British Airways in Großbritannien bereits mit dem Training für die Ultralangstreckenflüge begonnen. In den kommenden Monaten sollen einige Piloten zudem bei Cathay Pacific in Hongkong fliegen, so Qantas. Auch die Qantas-Ingenieure haben in Sydney mit den Vorbereitungen auf die ersten Auslieferungen der A350-1000ULR im kommenden Jahr begonnen, das Kabinenpersonal soll bald mit dem Training anfangen.
Nach Sydney-London soll übrigens Sydney-New York als nächste Strecke mit der A350-1000ULR bedient werden. Wann es so weit ist, will Qantas im kommenden Jahr mitteilen.





