Trotz Zulassung mit Auflagen: Il-114-300-Auslieferungen sollen im Dezember beginnen

Trotz Zulassung mit Auflagen
Il-114-300-Lieferungen sollen im Dezember beginnen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.10.2026
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Den Auslieferungsbeginn kündigte der erste Vizeregierungschef Denis Manturow im Föderationsrat an. Demnach könnten die Auslieferungen im Dezember starten. Das Flugzeug darf allerdings vorerst nur unter engen Auflagen fliegen.

Lieferungen noch in diesem Jahr

"Ab Dezember dieses Jahres wird es bereits an Fluggesellschaften geliefert werden", sagte Manturow laut der Nachrichtenagentur TASS. Für 2027 sei zudem vorgesehen, die Zertifizierung der Verkehrsflugzeuge MS-21 und SJ-100 abzuschließen und die Maschinen zum Ende des Jahres an erste Betreiber zu übergeben.

In Kasan baue man außerdem die Kapazitäten für die Serienfertigung der Tu-214 aus, und auch an mehreren Hubschraubertypen werde gearbeitet.

Industrie- und Handelsminister Anton Alichanow hatte sich zuvor zum Zeitplan geäußert. Nach seinen Angaben soll die erste Il-114-300 noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, zwei weitere sollen im Januar 2027 folgen. Die ersten drei Maschinen gehen an das Zweite Archangelsker Fliegerkommando.

Im Sommer sah der Plan noch anders aus: Denn die erste Auslieferung war für August vorgesehen, zwei weitere Maschinen sollten laut Alikhanow im Oktober und November folgen.

Zulassung nur mit Auflagen

Das Musterzulassungszertifikat hatte die Luftfahrtbehörde Rosawiazija im Juni ausgestellt. Die setzt dem Flugzeug allerdings enge Grenzen. Demnach darf die Maschine bis auf Weiteres nur bei Temperaturen zwischen minus 9 und plus 25 Grad Celsius betrieben werden.

Die angeflogenen Flughäfen müssen auf mindestens 300 und weniger als 1.000 Metern Höhe liegen. Starts und Landungen sind nur auf befestigten Pisten erlaubt, wobei bei Nässe niedrigere Seitenwindgrenzen gelten als bei trockener Bahn (12 statt 15 Meter pro Sekunde).

Über Wasser darf sich das Flugzeug höchstens 30 Minuten von der Küste entfernen. Bei Vereisung und Gewitter ist der Flug ausgeschlossen, und Funkunterbrechungen zur Flugsicherung dürfen nicht länger als fünf Minuten dauern.

Für die ersten Betreiber sind die Temperatureinschränkungen besonders gravierend, denn in der Region Archangelsk sind es im Schnitt im Winter jedes Jahr kälter als minus 9 Grad sein dürfte.

Zulassungstests im Gange

Iljuschin-Chef Daniil Brenerman wies die Kritik zurück. Bis zur Auslieferung der ersten Serienmaschinen würden die Einsatzgrenzen deutlich erweitert, die Tests liefen auf Hochtouren.

Das Flugzeug habe bereits Erprobungen bei extremer Kälte in Jakutien und unter Vereisungsbedingungen in Archangelsk absolviert und sei bei minus 42 Grad geflogen.

Die Daten würden aufbereitet und "dem Luftfahrzeugregister zur Prüfung vorgelegt", so Brenerman. Gegenüber TASS kündigte er an, die Kältetests im kommenden Winter bei noch niedrigeren Temperaturen zu wiederholen. Auch Tests bei Hitze wurden im August bereits durchgeführt.

Rosawiazija bezeichnete das Vorgehen im Sommer als üblich bei neuen Flugzeugtypen. Zunächst würden die für den Erstbetrieb nötigen Eigenschaften nachgewiesen, die Beschränkungen fielen mit weiteren Tests schrittweise weg.

Die Il-114-300 ist eine modernisierte Version der Turboprop-Maschine Il-114. Entwickelt wurde sie in breiter Kooperation von Rostec-Unternehmen unter Federführung von Iljuschin im Verbund der UAC. Sie bietet Platz für 66 Passagiere und hat eine Reichweite von 1.450 Kilometern. Im Linienbetrieb soll sie westliche Muster sowie die alten sowjetischen An-24 und An-26 ersetzen.