Die Bodentests fanden mit 100 Prozent Wasserstoff bei voller Startleistung statt, wie Rolls-Royce und easyJet am 29. April mitteilten. Dabei habe man bestätigt, dass ein modernes Strahltriebwerk sicher mit gasförmigem Wasserstoff über einen vollständig simulierten Flugzyklus von Start und Steigflug bis zur Landung betrieben werden könne. Die Ergebnisse zeigten zudem das grundsätzliche Potenzial für eine spätere Skalierung auf Schmalrumpfflugzeuge.
Die Tests sind der Abschluss eines vier Jahre dauernden Programms, in dessen Rahmen die britische Low-Cost-Airline und der britische Triebwerkshersteller den sicheren und effizienten Einsatz von Wasserstoff in Flugzeugtriebwerken nachweisen wollten. 2022 führten die Partner in Boscombe Down in Großbritannien erstmals einen Wasserstoff-Bodentest mit einer älteren Fluggasturbine vom Typ AE2100-A durch. 2023 wurde die Brennkammer eines Pearl-700-Triebwerks mit speziellen Einspritzdüsen am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit Wasserstoff erprobt. Im Rahmen des Programms wurde zudem eine großskalige Wasserstoff-Testanlage beim Health and Safety Executive (HSE), der britischen Regulierungsbehörde für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, in Buxton aufgebaut.
Erkenntnisse sollen in UltraFan einfließen
"Dieses Programm hat uns in der Branche das bislang klarste Verständnis dafür gegeben, wie sich Wasserstoff in einer modernen Flug-Gasturbine verhält", sagte Adam Newman, Chief Engineer Hydrogen Demonstrator Programme bei Rolls-Royce. Man habe den sicheren Einsatz von Wasserstoff über alle relevanten Phasen hinweg nachgewiesen – von der Konstruktion über die Inbetriebnahme und Wartung bis hin zu den Tests. "Die gewonnenen Erkenntnisse sind in vielen Bereichen kraftstoffunabhängig und fließen nun in unsere künftigen Programme ein, darunter UltraFan. Damit stärken wir unsere Überzeugung, dass die Gasturbine auch künftig eine zentrale Rolle für die nachhaltige Luftfahrt spielen wird."
Das Wasserstoff-Projekt von easyJet und Rolls-Royce wurde durch mehrere nationale und europäische Forschungsprogramme unterstützt, darunter das deutsche Luftfahrtforschungsprogramm LuFo, Clean Aviation und Programme es Aerospace Technology Institute des Vereinigten Königreichs.






