ERC System aus München hat auf der ILA 2026 eine hybrid-elektrisch angetriebene militärische Drohne namens Victor U250 vorgestellt. Das unbemannte Fluggerät soll 250 Kilogramm Nutzlast über eine Strecke von 300 Kilometern und bei einer Reisefluggeschwindigkeit von 250 km/h transportieren können. Nach Ansicht des Unternehmens könnte Victor damit eine bekannte Lücke in der europäischen Verteidigungslogistik füllen. Die Frachtdrohne sei aber auch für kommerzielle Logistik und Katastrophenhilfe geeignet. Die ersten Frachtdrohnen sollen bereits 2028 ausgeliefert werden.
Victor soll mithilfe von acht Rotoren an Auslegern senkrecht starten und landen. Für den Vorwärtsflug nutzt er seine Tragflächen mit einer Spannweite acht Metern sowie einen Druckpropeller am Heck. Angetrieben wird das Fluggerät von einem nicht näher spezifizierten hybrid-elektrischen System aus Elektromotoren, Batterien und einem Verbrennermotor als Range Extender. Für Be- und Entladung lässt sich die Nase der Drohnen öffnen.
Bemanntes "Charlie"-Programm als Basis
"In den vergangenen 18 Monaten wurden wir wiederholt von militärischen und zivilen Betreibern angesprochen und gebeten, unsere Erfahrungen aus dem Bau von ‚Romeo‘, dem schwersten unbemannten eVTOL [Electric Vertical Take-Off and Landing; elektrischer Senkrechtstarter; d. Red.] der EU, auf eine Schwerlast-Frachtdrohne anzuwenden", so Maximilian Oligschläger, Chief Commercial Officer von ERC.
Man habe die Erkenntnisse aus dem laufenden, bemannten ‚Charlie‘-Programm für Patiententransporte genutzt und sie mit fundierten Erkenntnissen der Betreiber kombiniert. "Die Ergebnisse waren eindeutig: Hohe Nutzlast, große Reichweite, hohe Reisegeschwindigkeit und operative Flexibilität sind am wichtigsten. ‚Victor‘ vereint diese Eigenschaften in einer Plattform mit einer Vielseitigkeit, die zahlreiche kritische Einsatzprofile ermöglicht."
Der Erstflug des ersten Prototyps ist nach Unternehmensangaben für das dritte Quartal geplant. Derzeit nutzt ERC System den Fliegerhorst Erding, wo sich das Innovationszentrum der Bundeswehr befindet. Für längere Streckenflüge werden derzeit andere Optionen evaluiert.













